I’m so f*cking male – 05

I’m so f*cking male – 04

I have a body.
I have a mind.
I have a soul.

Don’t worry, this is not some esoteric ritual. I
Capital I.

I, I , I why do I … ah damn, mind, brain, used by concepts, ruled by ideas, forced by impulses, und warum immer in englisch, wenn ich anfange zu schreiben?
Ich, ich ich ich ich ich wiederhole mich.

Nochmal zurück also.

Blubbern. Bewegungen an der Oberfläche, Blasen platzen. Es knistert, prickelt, ein Hauch von agentischem Bewusstsein, ein Geist zieht durch den sich schüttelnden Kopf, dunkelrot, grauviollett, durchsichtig doch da. Die Hand greift von oben, nur in ein flüssiges Sein hinein und findet keinen Halt, nach oben raus, die Hand ist leer und wieder versucht da Greifen sich zu verwirklichen und findet nur entschwindende Substanz.

Da und nicht da zugleich.


Endlich sichtbar ein Körper, von innen, da schauen Augen ins dunkle rot und erkennen, warm, eng. Etwas drückt, dort reibt es, hier glitschig und da ein Spitz. Schütteln, wackeln, lange ruhig liegen. Und wieder greifen, sanfte Gewalt, oder ist das überhapt sanft? Die Hand kommt wieder, wieder, wieder – ist es eine Hand oder was ist es, was ist da … ein Schaudern … was ist hinter der Hand? Was ist da hinten dran? Wer ist da hinten dran?

Ich wird wieder in den Vordergrund gerissen, ich bin die Hand, ich bin da hinten dran. Schaudere beim gedanken an mich!


Ich sitze auf meiner Couch, meinen Wickelrock um die Hüfte, meine großen, haarigen Brüste von oben betrachtend, die nackten Füße spielen mit dem Teppich unter meinen Zehen und meine Hände verdecken mit leicht gekrümmten Fingern meine Augen, drücken auf die Augenbrauen, reiben diese, leichter Druck auf meine Augäpfel um zu erleben, dass ich wirklich da bin.

Ich bin geboren. Ich bin wiedergeboren. Ich werde gerade wiedergeboren. Ich kann es spüren, wie ich neu erschaffen werde und mich neu erschaffe, gleichzeitig und zugleich. Dieses Ich bemächtigt sich einer Substanz und verdrängt deren animistisches sein, aber woher kommt dieses ich und warum ist es so gut in dem, was es macht?

Hier bin ich, Mensch, und ich erschafft.

Beinahe bin ich an mir selbst durchgedreht. Nicht zum ersten mal bin ich mir selbst so bewusst, dass ich fast daran zerbreche, psychisch, und von den Widersprüchen und der Erkenntnis gleichermaßen zerfetzt werdend in surrealer Zeitlupe erkenne, dass ich sowohl die Kontrolle verloren habe, als ich sie mir auch selbst entrissen habe.

Es wird Zeit, ein bisschen aufzuräumen.

Meine Ich-Fetzen liegen labbrig auf dem Boden und entsaften, rote Rinnsale träufeln in die Bodenritzen wo sich die letzten Überbleibsel meiner vormenschlichen, vor-ich Realität zu dem Mikrobiom der materiell-organischen Struktur des Lebens gesellen und gemeinsam das Verstoßen worden sein aus dem Paradies betrauern.

Ich bin der Teufel und habe diese Welt gefressen, und ich bin noch imner nicht satt.

Ich bin der Widerstand, jedes getroffen werden macht mich härter und stabiler – nur zu, hau drauf!

Ich bin das gleißende Netz zwischen den Molekülen, welches sich von den Augen betrachtender abwendet, um sie nicht zu blenden – hier, ohne dannach zu fragen.

Ich bin ein großes Fragezeichen.

Ich sitze auf meiner Couch. Die nackten Füße schmerzen an den Fersen. Die Schultern hängen. Die Handflächen verdecken die Augen. Der Kopf ist gesenkt.