Wenn das kalte Eisen von den Fahrradbremsen morgens meine Finger zwickt
und kleine Kälte mich vom Fahrtwind durch die Jacke piekst
scheint Sonne tief vom Horizont mir entgegen,
verendet langsam warmes Sommerleben.
Wenn Rilke sagt “wer jetzt allein ist, bleibt dies lange”
mir in Erinnerung dein Tasten, sehnend ich am schlottern.
Bin ich angst und bange,
ich will nicht zitternd in den Frühling stottern.
Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr
Ausschnitt aus “Herbsttag” – Rainer Maria Rilke, 21.9.1902, Paris
wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird auf den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.”
